Neuerscheinung von Hanns Stahmer

 

 

divider

 

Johann Wolfgang von Goethe gilt natürlich nicht nur wegen seines „Faust“ als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dichter. Ja, Deutschlands „Dichterfürst“ Johann Wolfgang von Goethe wird oft sicher zu Recht auch als „Universalgenie“ bezeichnet, weil es dieser vielseitigen Persönlichkeit auf sehr unterschiedlichen Gebieten gelang, Großes zu leisten. In seinem Buch „Goethes Wege zur Musik“ untersucht nun Hanns Stahmer, wie sich dieser Musikliebhaber im Verlaufe seines langen Lebens mit durchaus unterschiedlichem Erfolg auch der Tonkunst nähert. Mit erfrischender Unbekümmertheit begleitet Stahmer den Weimarer Klassiker dabei und konzentriert seinen Blick auf die Frage, wie Goethe Musik selbst auszuüben versucht, wie er sie hört, wie er über sie denkt, wie er Zeit seines Lebens engen Kontakt zu Musikern und Komponisten hält, und was er sich von den Vertonungen seiner Texte verspricht. Goethe hätte engere Kontakte zu Beethoven, Schubert oder Mozart knüpfen können. Stattdessen fördert er aber Ph. Chr. Kaiser, bedauert Friedrich Reichardts dünne Instrumentierung seiner Singspielversuche und korrespondiert endlos mit C.F. Zelter über die fehlende Moll-Terz in der Reihe der Naturtöne. Immerhin pflegt er ein herzliches Verhältnis zum jungen Felix Mendelssohn. Bei allem gebotenen Respekt erstarrt Stahmer nicht vor Ehrfurcht und gelangt letztlich zu dem kritischen Fazit, dass längst nicht alle Musik-bezogenen Träume des großen Dichters in Erfüllung gingen.

 

Musik kann ich nicht beurteilen (Goethe)

 

Stahmer begründet seine Aussagen mit zahllosen Belegen. An erster Stelle helfen ihm dabei natürlich Goethes eigene Aussagen. Aber auch die Äußerungen seiner Zeitgenossen und musikalischer Weggefährten werden sorgfältig vorgetragen, ohne dabei durch Ab-schweifungen vom Hauptthema abzulenken: Im Mittelpunkt stehen „Goethes Wege zur Musik“, auch wenn sie nicht immer zum erhofften Ziel führen. Literatur zum Thema „Goethe und die Musik“ gibt es in großer Zahl. Stahmer vermehrt diese Veröffentlichungen weder mit einer weiteren musikwissenschaftlichen Publikation, noch reiht er sich ein in eine Gruppe von Goetheverehrern, die mit ihren Büchern den Denkmalsockel des Dichters neu erglänzen lassen. Mit seiner leicht lesbaren und nicht zu umfangreichen Schrift erläutert Stahmer auch dem „Normalsterblichen“ Goethes enges Verhältnis zur Musik.

 

divider

 

Musik ist zum Hören geschaffen. Folgerichtig gibt Stahmer an den entsprechenden Stellen 26 sorgfältig ausgewählte Hörempfehlungen mit genauen CD-Angaben. Eine Zeittabelle mit Goethes wichtigsten Musikerlebnissen sowie ein umfassendes Literatur- und Quellenverzeichnis inkl. hilfreicher Internetpfade ermöglichen eine weiterführende Beschäftigung mit diesem erstaunlichen Thema. Stahmer gelingt es, Goethes Interesse und Liebe zur Musik auf den Leser zu übertragen.

 

divider

 

Bildschirmfoto 2016-02-13 um 11.32.05

 

divider

 

Bezugsquellen:

  • Versandkostenfrei: Hier im Shop
  • im Buchhandel unter ISBN 978-3-945207-11-6